ARBEITSMEDIZIN

Einführung

Arbeitsmedizin ist ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Gesundheit (+ Leistungsfähigkeit) beschäftigt. Teilgebiete der Arbeitsmedizin (aber auch der Sportmedizin) sind

  • Tauchmedizin und
  • Flugmedizin (Höhenmedizin)

Die Tauchmedizin befasst sich mit dem Effekt des Wassers auf den menschlichen Körper und befasst sich so mit Arbeit auf, im und unter Wasser. 

 

Arbeitsmedizin befasst sich also unter anderem mit Berufserkrankungen, Gefahrenbegutachtung, Gefahren- und Unfallverhütung, Begutachtungen für Versicherungen, Beratungen bei Planungen von Arbeitsstätten. 

 

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Geschichte der Arbeitsmedizin in Deutschland

In Deutschland wurde die erste Liste der Berufskrankheiten 1925 erstellt. 1929 wurde auch das Fach “Arbeitsmedizin” in einer internationalen Tagung in Lyon definiert, doch die erste europäische Liste der Berufskrankheiten wurde erst 1962 bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel erarbeitet. Acht Jahre (1970) später wurden die selbstständigen Lehr- und Prüfungsfächer “Arbeitsmedizin” und “Sozialmedizin” in die Approbationsordnung für Ärzte aufgenommen und weitere 6 Jahre später (1976) wurde ein spezieller Weiterbildungsgang zum Arzt für Arbeitsmedizin auf dem 78. Deutschen Ärztetag in Düsseldorf eingeführt.

Erst 1996 wurde die Unfallversicherung mit dem 7. Buch in das Sozialgesetzbuch (Unfallversicherungs-Einordnungsgesetz, SGB VII, 1996) eingefügt.

Im gleichen Jahr wurde auch das Arbeitsschutzgesetz mit dem Ziel der umfassenden Sicherung und Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit eingeführt. Es überträgt die EG-Rahmenrichtlinie zum Arbeitsschutz und weitere Richtlinien zum Arbeitsschutz ins deutsche Recht und ermöglicht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Arbeitsschutzbehörden und den Berufsgenossenschaften.

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Sick-Building-Syndrom

Sick-Building-Syndrom liegt vor, wenn min. 20% der Angestellten die folgende Symptomatik haben: Kopfschmerzen, Augenreizungen, Haut- und Schleimhautreizungen, Konzentrationsprobleme, Schwindel, Husten, Übelkeit, Müdigkeit, Erschöpfung. 

Das Krankheitsbild kann durch Giftstoffe, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, ungünstige Beleuchtungsverhältnisse und Geräuschpegel verursacht werden. Psychische Faktoren können eine Rolle spielen. Giftstoffe können durch Bodenbeläge, Tapeten, Wandfarben, Klebstoffe, Baustoffe, Möbel, Holzschutzfarben etc. verursacht werden.

Die Diagnose basiert auf der Befragung der betroffenen Personen. 

Nachdem die Ursache erkannt wurde, muss diese entfernt werden.

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Ergonomisches Sitzen

Ergonomie bezeichnet die Wissenschaft von den Arbeits- und Leistungsmöglichkeiten des arbeitenden Menschen. Das Wort stammt vom Altgriechischen “ergon” (das bedeutet “Werk” oder “Arbeit”) und dem Altgriechischen “nomos” (das bedeutet “Brauch”, “Sitte” oder auch “Ordnung”)

Beim Sitzen am Schreibtisch ist eine ergonomische Haltung jene, bei der beide Füße mit der gesamten Fußsohle eine feste Auflage berühren, die Knei im 90° Winkel gebeugt sind, die Hüfte im 90° Winkel gebeugt ist und die Ellenbogen im 90° Winkel gebeugt sind. Die Handgelenke sollten gerade, also weder gebeugt noch überstreckt sein und ggf. auf einer Schaumstoffauflage für das Handgelenk ruhen. Der Rücken sollte eine entspannte, aufrechte Haltung einnehmen. Der Kopf sollte gerade sein und die Bildschirmgröße und -position entsprechend angepasst sein. Der Bildschirm sollte min. 50 cm entfernt sein und parallel zum Fenster stehen, damit keine Spiegelung entsteht und keine zu starke Helligkeit aus dem Hintergrund des Bildschirms kommt. Die Bildschirmgröße sollte ein angenehmes Lesen/Arbeiten ermöglichen und die oberste Bildschrimzeile sollte leicht unterhalb der waagrechten Sehachse sein. 

Zusätzlich zum ergonomischen Sitzen, wird die Gesundheit durch regelmäßige Pausen (bei dem ein in die Ferne sehen die Augen entspannt) und aktive Pausen (z.B. Spaziergänge, kurze Gespräche mit Familie/Freunden) verbessert. 

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Karpaltunnelsyndrom

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine distale Läsion (also eine Läsion unterhalb des Ellenbogens) des n. medianus. 

Der Ursprung des N. medianus liegt bei C6-TH1 bzw. fasciculus medialis und seine Fasern sind sensorisch und motorisch. 

Im Verlauf des Nervs zweigen mehrere Nerven ab. Wichtig ist zu wissen, dass die Nerven, die die Fingerbeuger versorgen vor dem Karpaltunnel abgeben. Das Karpaltunnelsyndrom verursacht also keine Einschränkung der Beugung der Finger. 

Stattdessen zeigt sich in der Klinik eine Sensibilitätsstörung der innervierten Haut — Auf der Handfläche vom Daumen bis zur Hälfte des Ringfingers und auf dem Handrücken die Haut über Phalanx distalis und medialis des Zeigefingers, Mittelfingers und der Hälfte des Ringfingers. 

Außerdem haben Patienten oft Schmerzen und/oder Kribbelparästhesie.

Es gibt aber auch klinische Zeichen, d.h. objektive Hinweise, auf ein Karpaltunnelsyndrom. Beispiele hierfür sind “Affenhand”, Hoffmann-Tinel Zeichen, Karpal-Kompressionstest und Phalen Test. 

Eine Affenhand heißt so, weil die Thenarmuskeln  atrophieren und die Hand so der Hand einiger Menschenaffen ähnelt. Die Hand wirkt dann z.B. länglicher, ist es aber nicht wirklich. Die Thenarmuskeln sind M. abductor pollicis brevis und M. opponens pollicis. Die Atrophie der Thenarmuskeln lässt sich gut in der folgenden Abbildung einer “Affenhand” zu erkennen.

Das Hoffmann-Tinel Zeichen ist positiv, wenn Klopfschmerz und Parästhesien bei der Perkussion des N. medianus am Handgelenk ausgelöst werden. 

Der Karpal-Kompressionstest ist positiv, wenn Schmerzen und Parästhesien empfunden werden, nachdem der N. medianus im Karpaltunnel mit beiden Daumen des Untersuchenden für 30 Sekunden komprimiert wird. 

Der Phalen Test ist positiv, wenn zunehmende Parästhesien auftreten, nachdem das Handgelenk etwa 1 min flektiert wird. Eine Beispieluntersuchung können Sie in diesem Bild sehen: 

 

Vielleicht erkennen Sie bei diesem Bild auch eine Ähnlichkeit zu jener gebeugten Haltung des Handgelenks, die bekanntlich die Entstehung des Karpaltunnelsyndroms fördert.

Der Karpaltunnel befindet sich am Handgelenk und damit im distalen Anteil des N. Medianus. Seine Verengung ist also eine distale Läsion des N. medianus.

Daher sind unter den Differentialdiagnosen zunächst weitere distale Läsionen des N. medianus zu nennen. Darunter fallen z.B. Schnittverletzungen im Bereich des Handgelenks oder distale Radiusfrakturen.

Unter die Differentialdiagnosen fallen aber auch alle Gründe für eine proximale Läsion. Dazu zählen Ellenbogengelenkluxation, Suprakondyläre Humeruskopffraktur, Unterarmfraktur und iatrogene Gründe, z.B. Verletzungen durch eine chirurgische Versorgung eben dieser genannten Frakturen mithilfe einer Osteosynthese.

Schließlich können auch Polyneuropathie, spinale Erkrankungen und Nervenwurzelreizungen (insbes. zervikale Radikulopathie der Wurzeln C6 und C7) zu einem ähnlichen klinischen Bild führen, wie dies beim Karpaltunnelsyndrom der Fall ist. Daher zählen auch sie zu den Differentialdiagnosen.

Doch zurück zum Karpaltunnelsyndrom und der hier angewandten Therapie: Wie bereits erwähnt wurde, kann das Karpaltunnelsyndrom durch ein flektieren der Handgelenke z.B. im Schlaf entstehen. Hier kann eine palmare Handgelenkschiene, die nur in der Nacht getragen wird, helfen. Auch Antiphlogistika und die Ultraschalltherapie können eingesetzt werden. Schließlich bleibt noch die Möglichkeit, den Nerven operativ zu “befreien”, also die Verengung zu weiten. Ein solcher Eingriff heißt “Neurolyse”.

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Lärmbedingter Gehörverlust

Lärmbedingter Hörverlust ist die Reduktion des Hörvermögens wegen exzessiver Lärmaussetzung. 

Es ist die weltweit häufigste, möglicherweise verhinderbare Gesundheitseinschränkung. Etwa 12,5% der Menschen im Alter von 6-19 Jahre und 17% der Menschen im Alter von 20-96 Jahre haben eine permanente Schädigung des Hörvermögens durch lärmbedingten Gehörverlust. 

Risikofaktoren sind z.B. vorher bestehende Ohrenkrankheiten. 

Grundsätzlich hängt die Hörschädigung von der Lautstärke, Frequenz und der Dauer des Lärms ab. So entsteht mehr Schaden durch Frequenzen im Bereich 200-3000 Hz, als bei niedrigeren Frequenzen. Andauernder Lärm ist schädigender als intermittierender Lärm. Selbstverständlich ist eine größere Lautstärke schädigernder als eine geringere Lautstärke. 

Die Schädigung kann auf verschiedene Arten entstehen. Zum Beispiel können akute Überstimulation, Veränderungen der mikromechanischen Strukturen in der Cochlea, Apoptose und Nekrose der Zellen und Synaptopathie zu einer Schädigung der äußeren Haarzellen und Neuronen führen. 

Diese Schädigung präsentiert sich in der Klinik mit Tinnitus  und/oder Schwierigkeiten in lauter Umgebung zu hören. Dabei treten die Symptome meist bilateral und symmetrisch auf und können mit Komplikationen verbunden sein. Solche Komplikationen sind Hypertonus, erhöhter Pulse, Schwierigkeiten zu Schlafen und Müdigkeit. 

Natürlich gibt es auch andere Gründe für Schwerhörigkeit, z.B. Presbyacusis. Die Diagnose basiert dabei auf Gehörtests und den Kriterien von Coles et al. oder anderen aufgestellten Kriterien. Diese müssen Sie jedoch nicht auswendig lernen. 

Die Therapie basiert auf Gehörhilfen. Dies ist besonders wichtig, da vermindertes Hörvermögen das Risiko für andere Krankheiten, z.B. Demenz erhöht. 

Zur Prävention gibt es verschiedene Empfehlungen. Bildung ist hier sehr wichtig und soll dazu animieren, einen Gehörschutz anzuwenden. Ein solcher kann “von der Stange” oder individuell angepasst gekauft werden. Sichere Geräuschlevel sind 8 Stunden 85-90 dB. Für jede dB Erhöhung um 3-5 dB wird die sichere Zeit halbiert. 

Beim lärmbedingten Gehörverlust handelt es sich um einen permanenten Schaden, allerdings sind leichte Verbesserungen möglich.  

 

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Asbestose

Asbestose ist eine Lungenkrankheit, die durch Inhalation von Asbestfasern entsteht. Asbest ist ein feuerfester Faserstoff, der in Deutschland früher z.B. beim Haus- oder Schiffbau als widerstandsfähiges Isoliermaterial verwendet wurde. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten. 

Asbestose hat eine Latenzzeit von 10-20 Jahren und ist pathogenetisch mit einer Vermehrung der kollagenen Fasern assoziiert. Das heißt, der Kontakt mit Asbest sorgt dafür, dass mehr kollagene Fasern im Lungengewebe gebildet werden, was zu einer Verhärtung des Lungengewebes führt. 

Klinisch zeigt sich eine Asbestose mit Husten und Dyspnoe und die Diagnose erfolgt durch die Anamnese (Vergangenheit in Risikoberufen?), ein Röntgen-Thorax und z.B. Spirometrie. 

Differentialdiagnosen sind andere Lungenerkrankungen, wie z.B. Tumore. 

Auch Asbestose selbst kann zu einem Tumor, dem malignen Mesotheliom führen. Das maligne Mesotheliom ist dann also eine Komplikation von Asbestose. 

Leider gibt es noch keine kurative Therapie. Stattdessen kann mit Schmerzmedikation symptomatisch behandelt werden. Auch sollte jede Exposition vermieden werden. Deswegen ist es besonders wichtig, beim Abriss alter Häuser/Dächer zu wissen, ob Asbest verwendet wurde, damit die Arbeiter sich entsprechend schützen können. 

Zum Zeitpunkt der Diagnose bestehen meist keine Heilungschancen.

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Kohlenmonoxidvergiftung

Kohlenmonoxid (CO) ist ein Gas, das bei unvollständigen Verbrennungsvorgängen von kohlenstoffhaltigen Stoffen (z.B. in Gasthermen oder Wasserpfeifen) entsteht. Es ist in niedrigen Konzentrationen geruchs- und farblos und hat ein ähnliches Molekulargewicht wie Luft. Das bedeutet, dass es sich mit der normalen Luft vermischen kann, sich also nicht an der Zimmerdecke oder am Fußboden ansammelt. Daher sind auch geringe Konzentrationen gefährlich. 

Eine Kohlenmonoxidvergiftung entsteht, wenn zu viel Kohlenmonoxid eingeantmet wird. Dann diffundiert CO durch die Alveolarmembran und bindet an die Eiseneinheit von Häm. Diese Bindung erfolgt mit größerer Affinität (also leichter), als die Bildung von Sauerstoff an die gleiche Stelle. In anderen Worten: CO nimmt Sauerstoff den Platz weg. 

Das bedeutet, dass weniger Sauerstoff von Häm (und damit von Erythrozyten) transportiert werden kann. In der Fachsprache spricht man hier von einer reduzierten Sauerstofftransportkapazität. 

Wenn weniger Sauerstoff im Blut transportiert wird, kann auch weniger Sauerstoff an das periphere Gewebe abgegeben werden, was zu einer Unterversorgung dieser Gewebe mit Sauerstoff führt. 

CO bindet auch an andere häm-haltige Proteine, z.B. skelettales und myokardiales Myoglobin. Selbst wenn kein Schaden der Patient also nicht an einer Kohlenmonoxidvergiftung stirbt, sind daher verspätete Gewebeschäden möglich. 

Zusätzlich führt CO zu mitochondrialer Dysfunktion, der Aktivierung von Neutrophilen und anderen Prozessen, die hier nicht weiter besprochen werden müssen, um das Krankheitsbild zu verstehen. 

In der Klinik zeigt sich diese Vergiftung insbesondere mit Kopfschmerzen, Schwindel, Orientierungsverlust, Ohnmacht, Koma, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Sehstörungen.

Die Diagnose erfolgt klinisch und mithilfe einer Blutgasanalyse, bei der der Carboxyhämoglobin-Wert geprüft wird. Der Carboxyhämoglobin-Wert gibt an, wie viel Häm mit CO besetzt ist. 

Kohlenmonoxidvergiftung wird mit Sauerstoffgabe behandelt. Diese erfolgt bei allen Patienten mit entsprechender Verdachtsdiagnose. Das ist auch der Grund, warum im Film alle Menschen, die einen Hausbrand überlebten, immer beim Krankenwagen eine Maske bekommen. Durch diese wird der Sauerstoff verabreicht. 

Die Prognose ist von der Konzentration und Dauer der Exposition abhängig. Langzeitschäden z.B. neurologische Schäden, wie z.B. Konzentrationsdefizite sind möglich. 

Bei der Kohlenmonoxidvergiftung handelt es sich um eine lebensgefährliche Vergiftung, die insbesondere für Föten schädlich ist. 

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Verbrennungen

Verbrennungen sind Gewebeschädigungen durch Hitze, UV-Strahlung oder ionisierende Strahlung. 

Im Übrigen werden chemische Verletzungen im Rahmen der Verbrennungsmedizin vorgenommen, da Säuren und Laugen ähnliche Gewebeschäden verursachen. 

Verbrennungen können von Feuer, heißen Gasen, heißen Flüssigkeiten, heißen Gegenständen (z.B. Herdplatte), Reibung (z.B. durch auslaufende Seile beim Klettern, Segeln), UV-Strahlung (Sonnenbrand) und ionisierende Strahlung (z.B. Röntgen-, Gammastrahlung) verursacht werden. 

Die Verbrennung von Zellen verursacht die Freisetzung von Toxinen, Entzündung, Ödembildung (wegen Kapillarlecks), Flüssigkeitsverlust (da die Hautbarriere unterbrochen ist).

Komplikationen bei großflächigen Verbrennungen sind Schock und Tod (z.B. durch die Verengung der Atemwege durch Ödeme, durch Flüssigkeitsverlust)

Verbrennungen werden meist nach ihrer Fläche/Ausdehnung klassifiziert, da großflächige Verbrennungen eine vitale Bedrohung darstellen. Großflächige Verbrennungen sind jene Verbrennungen, die 20% der Haut bei Jugendlichen und Erwachsenen oder 5% bei Kindern betreffen. Der Einschätzung der Fläche dient die Neunerregel nach Wallace. 

Bei Verbrennungen des Grades IIb kann eine operative Versorgung (z.B. Hauttransplantation) vorgenommen werden. Verbrennungen des Grades III heilen selten ohne operativen Eingriff, Verbrennungen des Grades IV heilen nicht ohne operativen Eingriff. 

Ab einem Verbrennungsgrad von IIb ist eine Narbenheilung zu erwarten. 

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Stress

Stress ist ein Zustand der Besorgnis oder mentalen Anspannung, der durch innere und/oder äußere Umstände hervorgerufen wird. 

Das aktivierte System ist das sympathische System und die üblichen Reaktionen sind Fight, Flight, Freeze. Eine weniger bekannte Reaktion ist “Fawn”. Diese soll hier aufgrund ihrer Koplexität vernachlässigt werden. 

Bei all diesen Reaktionen gibt es jedoch ein Problem: Gefahren lassen sich heute selten durch Kampf, Flucht oder Erstarren bewältigen. Vielmehr wird heute statt einer deutlichen körperlichen Aktivität, meist eine erhöhte geistige Aktivität gefordert (z.B. Prüfungen in der Schule). 

Zudem sind Menschen heute öfter langandauernden Stressphasen ausgesetzt. Sie müssen keinen Säbelzahntiger mehr bekämpfen, stattdessen aber wochenlange Prüfungsphasen überwinden. Und während akuter Stress positive Auswirkungen haben kann, ist chronischer Stress oft negativ und führt zu einer Reihe an Symptomen, z.B. Schlaflosigkeit, reduzierte Schmerztoleranz, reduzierte Immunität, Menstruationsbeschwerden, Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, psychische Beschwerden (geringere zerebrale Leistungsfähigkeit, reduziertes Erinnerungsvermögen, vermehrte negative Gedanken). So wird das Risiko für Krankheitsbilder wie Angsstörung, Depression und Burnout erhöht. 

Wenn man nun mit Stress richtig umgehen will, so hilft es sich ein Zitat von Epictetus/Epiktet vor Augen zu halten. Er war ein griechischer Philosoph und Stoiker, der 50-138 v. Chr. lebte. 

“Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Urteile über die Dinge.”
Handbuch der Moral (5)

Das heißt, dass ein Mensch unter allen Umständen die Auswirkungen, die eine bestimmte Situation auf ihn hat beinflussen kann. Er kann eine sogenannte “Resilienz” entwickeln. 

Resilienz ist die Fähigkeit eines Menschen, Niederlagen und Schicksalsschläge ohne seelische Schäden zu bewältigen. Sie ist dann erhöht, wenn ein Mensch nach Stressaussetzung schnell in den Normalzustand zurückkehren kann, er auch während der Stressphase gut mit Stress umgehen kann, er eine gute Wertebasis/Prioritätenbeurteilung hat, und ein gutes Netzwerk aus Freunden und Familie vorhanden ist. 

Beim Umgang mit Stress gibt es verschiedene Ansätze. Einer davon befasst sich z.B. mit Optimismus und positiver Selbstbeurteilung, da man in stressigen Zeiten dazu tendiert, die eigenen Erfolge zu vergessen. Hier hilft es, eine Chronik über die erreichten Ziele zu führen. Das ist natürlich besonders effektiv, wenn man diese Chronik auch in entspannten Zeiten führt, damit man in stressigen Zeiten dann darauf zurückgreifen kann. 

Ein weiterer Ansatz bei der Stressbewältigung legt den Fokus darauf, Limitationen und die Realität zu akzeptieren. Da wir viel Zeit damit verbringen, uns über Umstände, die wir nicht ändern können, Gedanken/Sorgen zu machen, ist es hilfreich zu üben, wenig über das nachzudenken, was wir nicht (mehr) beeinflussen können.

Ein weiterer Ansatz befasst sich mit der Selbst-Regulation und Selfcare. Oft vergessen gestresste Menschen, auf sich Acht zu geben. Mikro-Pausen können dabei helfen kleine Ruhe-Oasen im Alltag zu schaffen. 

Ein weiterer Ansatz befasst sich damit, Verwantwortung für das eigene Leben und die eigenen Fähigkeiten zu übernehmen. Viele Menschen haben sich eine Opfer-Einstellung antrainiert. Sie glauben nicht daran, ihre Situation selbst verbessern zu können. Und es ist dieses Gefühl der Hilflosigkeit, die Stress noch vermehrt. Hier kann es helfen, sich aktiv Gedanken darüber zu machen, wie man eine Situation verbessern kann und sich den Grundsatz zu setzen, dass es immer eine Lösung geben muss. 

Ein weiterer Ansatz stützt sich darauf, Beziehungen auch in stressigen Zeiten zu pflegen. Für den Menschen ist es sehr wichtig, ein soziales Netzwerk zu haben und dieses zu pflegen. Oft werden soziale Kontakte in stressigen Zeiten jedoch vernachlässigt. Eine aktive Prioritisierung wichtiger Beziehungen kann helfen, sich zu erinnern, dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist. Zudem helfen Treffen/Telefonate mit Freunden/Familie dabei, kurze Erholungsphasen in den Alltag einzubauen. 

Der letzte Ansatz, der hier besprochen werden soll befasst sich mit der Zukunftsplanung. Oft wirkt die Zukunft in stressigen Zeiten wenig erfreulich. Es hilft aber, sich Ziele (also Wünsche mit Deadline) zu setzen um ein Leben zu führen, das man tatsächlich mag. Der Mensch kann schwierige Zeiten besser bewältigen, wenn er weiß, dass es besser wird und aktiv daran arbeitet und Erfolge auf seinem Weg zum Ziel sieht. Um Erfolge zu sehen helfen auch Unter-Ziele, die alle auf dem Weg zum großen übergeordneten Ziel liegen. 

Stress selbst ist also nicht immer schlimm und eine gute Resilienz kann helfen auch in stressigen Zeiten das beste aus der Situation zu machen. 

 

 

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Mobbing

Das Wort “Mobbing” kommt vom englischen “to mob”, was “anpöbeln, bedrängen, fertig machen” bedeutet. 

Mobbing wird definiert als ein systematisches (also zielgerichtetes) Verhaltensmuster (also wiederholtes Verhalten). 

Es tritt vermehrt auf, wannimmer Zwangsgemeinschaften (z.B. im Büro) auftreten. 

Beim Mobbing gibt es mehrere menschliche Faktoren, die eine Rolle spielen. Diese sind der Täter und das Opfer, aber auch Mitläufer, Zuschauer und Wegschauer. 

Als “Gründe” für Mobbing können z.B. geringeres eigenes Selbstwertgefühl, das Gefühl so Kontrolle zu bekommen und Neid aufgeführt werden

Manifestationen des Mobbings sind grundlose (nicht konstruktive) Kritik, falsche Bewertungen, Ausgrenzung, Lügen, Einschüchterung (z.B. durch erhöhte Lautstärke beim Reden), Beleidigungen, Sabotage, Informationsausschluss, und/oder Über-/Unterforderung. 

In der Klinik kann sich diese Erfahrung beim Mobbingopfer mit Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Essstörungen und Atemproblemen manifestieren. 

Unter strafbare Verhaltensweisen fallen Beleidigungen, üble Nachrede, Verleumdung und Körperverletzung. 

Dem Opfer werden oft folgende Strategien beim Umgang mit Mobbing empfohlen: Ignorieren, Angriff (Probleme beim Täter ansprechen), Aufforderung (schriftlich) und Rückzug (Kündigung). 

Anlaufstellen bei Mobbingvorfällen sind regionale Hotlines, die im Internet zu finden sind. 

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